CPG

Hausaufgabenordnung (gemäß § 52 GSO)

Hausaufgaben werden in die Unterrichtsplanung einbezogen; sie dürfen den Schülern nicht am Ende jeder Unterrichtsstunde als ein notwendiges Übel auferlegt werden.

1. Zweck der Hausaufgaben

1.1 Die Hausaufgaben setzen die im Unterricht eingeleiteten Lernprozesse fort durch Festigung und Vertiefung von Einsichten, weitere Einübung und Anwendung von Fertigkeiten.1.2 Sie ergänzen den Unterricht und/oder bereiten den Fortgang des Unterrichts vor durch
1.2.1 eigene Erkundungen der Schüler (Quellenlektüre, z. B. Lexika, Dokumente, Sachbücher, Bilder, Atlanten; Internetrecherche; Interviews; praktische Erkundungen eines Sachverhalts „vor Ort"),
1.2.2 Bereitstellung von Materialien in Einzel- oder Gruppenarbeit (Sammlung, Referat),
1.2.3 Erwerb von Kenntnissen (z. B. Vokabeln, Daten, Sachzusammenhänge, Gedichte),
1.2.4 Lektüre von Ganzschriften und damit in Zusammenhang stehenden Texten (z. B. Lesetagebücher, Rezensionen).
1.2.5 Aufgaben zur Ermittlung des individuellen Lernstandes.
1.3 Sie unterstützen die Erziehung zu pünktlicher, sorgfältiger und vollständiger Ausführung von Aufträgen, zu selbstständiger Einteilung der Arbeitszeit sowie zum sachgerechten Gebrauch der jeweils zu benutzenden Hilfsmittel (z. B. Schreib- und Zeichengeräte, Wörterbuch, Tabellen, Umgang mit elektronischen Medien usw.). Diese Fähigkeiten dürfen nicht vorausgesetzt werden; sie werden nach und nach erworben.
1.4 Hausarbeiten als Strafe oder als Mittel zur Wahrung der Disziplin (sogenannte „Strafarbeiten") sind pädagogisch nicht vertretbar und daher unzulässig.

2. Didaktische Grundsätze

2.1 Die Hausaufgaben ergeben sich aus dem Gang des Unterrichts; sie werden nicht mit mechanischer Regelmäßigkeit erteilt, sondern nur, wenn und soweit sie unter arbeitsökonomischen, inhaltlichen, pädagogischen und/oder didaktischen Gesichtspunkten sinnvoll sind.
2.2 Auch die Vorbereitung auf Klassenarbeiten oder andere Lernerfolgskontrollen ist integraler Bestandteil der Hausaufgaben und sollte im vorgesehenen Zeitrahmen von den Schülern zu leisten sein.

3. Umfang und Schwierigkeitsgrad

3.1 Die Aufgaben sollen vom Schüler ohne fremde Hilfe und in der vorgesehenen Zeit zu bewältigen sein. Genaue Arbeitsanweisungen erleichtern dem Schüler das Verständnis und die Ausführung der Hausarbeiten.
3.2 Die Aufgaben sollen nach Umfang und Schwierigkeitsgrad dem Leistungsstand der Schüler entsprechen. Häufig wird es sich empfehlen, die Aufgabenstellung in einer Klasse nach der Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit der Schüler zu differenzieren; die Berücksichtigung persönlicher Interessen kann die Motivation verstärken.
3.3 Die verschiedenen in einer Klasse unterrichtenden Lehrer koordinieren ihre Anforderungen an die Hausarbeitszeit der Schüler. Grundlage für die Koordination sind die Aufzeichnungen im Klassenbuch. Termine für längerfristige Aufgaben (Lektüren, Lesetagebücher, Projektmappen, Referate etc.) werden möglichst zu Anfang eines Halbjahres bekannt gegeben und im Klassenraum ausgehängt.
3.4 Der Umfang der täglichen Hausaufgaben soll so bemessen sein, dass der Sonnabend und der Sonntag arbeitsfrei bleiben und an den übrigen Tagen die folgenden Arbeitszeiten nicht überschritten werden:
In Klasse 5 + 6 bis zu 1½ Stunden
In Klasse 7 – 9 bis zu 2 Stunden
In Klasse 10 bis zu 2½ Stunden
3.5 An langen Tagen (5 - 6 Klasse 7 Stunden Unterricht, 7 - 10 Klasse 8 Stunden Unterricht) werden generell keine, in Klasse 10 nur geringfügige Hausaufgaben zum nächsten Tag aufgegeben.
Es bestehen keine Bedenken dagegen, in der Fünf-Tage-Woche Aufgaben vom Freitag zum Montag zu geben, sofern am Freitag kein Nachmittagsunterricht erteilt wird.
3.6 Die Ferien bleiben von Hausaufgaben unbelastet, ausgenommen von dieser Regelung sind Lektüren. Nach den Ferien muss erst eine Unterrichtsstunde stattgefunden haben, bevor eine Lernkontrolle geschrieben werden darf, es sei denn, Lehrkräfte und Lerngruppen treffen andere Absprachen.
3.7 In Ausnahmefällen sprechen Schüler und Lehrer über Belastungsspitzen bzw. punktuelle Überlastung, damit Lernzufriedenheit und Motivation der Schüler, aber auch die erwünschte Qualität der Arbeit gewährleistet bleiben. Dies erfordert von beiden Seiten ein hohes Verantwortungsbewusstsein sowie Einfühlungsvermögen.

4. Anfertigung und Kontrolle

4.1 Hausarbeiten werden von den Schülern regelmäßig angefertigt. Die Lehrkräfte sorgen für eine entsprechende Kontrolle. Dabei wird nicht nur der Inhalt, sondern auch die Form gewürdigt.
4.2 Bei der Bewertung der Hausaufgaben muss darauf geachtet werden, dass die Schüler unter sehr unterschiedlichen Bedingungen arbeiten und das Ausmaß der häuslichen Hilfe oder Beeinträchtigung oft nicht zu ermessen ist.
4.3 Umgang mit teilweise bzw. nicht erledigten Hausaufgaben
4.3.1 Sollten Hausaufgaben nicht oder nur teilweise erledigt worden sein, sind die Schüler selbstverständlich verpflichtet, dieses zu Beginn der Stunde ihrem Lehrer zurück zu melden.
4.3.2 Hat ein Schüler eine Hausaufgabe nicht erledigt, weil erst zu Hause offensichtlich wurde, dass Unterrichtsinhalte doch nicht hinreichend erfasst wurden, ist es die Verpflichtung der Schülerinnen und Schüler, Hilfen einzuholen.
4.3.3 Kann ein Schüler dennoch lediglich Arbeitsansätze entwickeln, so sind diese dem Lehrer vorzulegen sowie das Problem bzw. die konkrete Fragestellung schriftlich zu benennen. In diesem Fall erhält auch der Lehrer eine Rückmeldung bezüglich des Lernstands seiner Schüler, die für den weiteren Unterricht förderlich sein kann. Der Lehrer wertet diese „versuchte Hausaufgabe“ wie eine erledigte. Das traditionsreiche Abschreiben wäre so seiner Funktion enthoben.
4.3.4 Vergessen ist menschlich und widerfährt sowohl Schülern als auch Lehrern. Dreimaliges Vergessen sollte daher jedem pro Halbjahr und pro Fach zugestanden werden. Bei Überschreiten dieses Toleranzbereichs erhalten die Erziehungsberechtigten Nachricht und verpflichten sich, mindestens während der nächsten Woche ihr Kind bei den Hausaufgaben zu begleiten. Um dem Vergessen entgegen zu wirken, führen alle Schüler einen Hausaufgabenplaner.
4.4 Hausaufgaben sind ein bedeutsamer Teil der laufenden Mitarbeit. Bei wiederholter Nichterledigung wird sich diese zwangsläufig auf die Zensur auswirken.

5. Mitwirkung der Eltern

5.1 In der Verantwortung für die Erziehung ihrer Kinder sind die Eltern Kooperationspartner der Schule.
5.2 Die Eltern dürfen nicht als pädagogische Assistenten der Schule in Anspruch genommen werden. Anteilnahme, Interesse sowie das Verständnis für den Sinn von Hausaufgaben sind unabdingbar und müssen gefördert werden. Das Thema „Hausaufgaben" wird deshalb regelmäßig auf Elternabenden und nach Bedarf auch in Beratungsgesprächen mit einzelnen Eltern erörtert.
5.3 Die Eltern zeigen ihrem Kind gegenüber positives Interesse für die Hausarbeiten; die Hausarbeiten werden aber selbstständig von den Schülern und nicht unter Zwang angefertigt.
Die Wahl der Tageszeit für die Hausarbeiten wird den Bedürfnissen des Kindes angepasst. Das Kind muss ausreichend Zeit und einen Arbeitsplatz haben, an dem es ungestört und ohne Ablenkung (z. B. durch Computerspiele, Fernsehen und Familienlärm) seine Arbeiten ausführen kann.
5.4 Kinder, die im Hause keine günstigen Voraussetzungen für ihre Hausarbeiten finden, haben am CPG Gelegenheit und Raum, ihre Hausaufgaben anzufertigen. Sie können dabei bei Bedarf von Hausaufgabenhilfen unterstützt werden.

6. Evaluation

Den schulischen Gremien wird empfohlen, die Hausaufgabenordnung und ihre Umsetzung in regelmäßigen Abständen zu überprüfen.
Diese Ordnung tritt am 01.12.2008 in Kraft.
Hamburg, den 24. November 2008